SAGEN AUS SCHRATTENTHAL

 

1993 - Die Schratteln kehren zurück

 

In Bezug auf das Begleitprogramm zur Niederösterreichischen Landesausstellung des Jahres 1993 "Märchen - Sagen - Mythen"

wurden auch in Schrattenthal Sagen gesammelt und aufgezeichnet.

 

VERANSTALTUNGEN IM "SAGENJAHR"

 

Die Pulkauer Hauptschüler brachten Farbe ins Stadtbild


PULKAU, SCHRATTENTHAL - Eine gelungene Abwechslung für Schüler und Lehrer, aber auch für Stadel- und Garagen-Besitzer (Dank an Familie Frotzler und Familie Schuster): Die Hauptschüler aus Pulkau setzten eine Idee von Dr. Hruby (Club Schrattenthal) in die Tat um, indem sie die großen, kahlen Flächen mit Sagen bildern phantasievoll bemalten.
Gesponsert wurden die Kosten vorn "Retzer Land", HL Marianne und Würthner-Zaller und HL Kurt Schneider erarbeiteten die Entwürfe mit Motiven heimischer Sagen im BE-Unterricht mit den tüchtigen Schülern.

Die gemalten Kunstwerke brachten nicht nur viel Farbe auf graue Stellen, sie dienen auch der Verschönerung von Schrattenthal; wer bitte hat im Retzer Land ein kleines Kunstwerk auf dem Garagen- oder dem Stadeltor? Das gibt es nur in Schrattenthal!
Hans Windbrechtinger, NÖN 1993

 

 

 

 

Außerdem gestaltete die Hauptschule Pulkau in diesem Jahr ihr Schulfest im Gelände der Burg Schrattenthal (22. Mai 1993) als ein Fest der Geister, Hexen und Schratteln am späten Abend zu einem eindrucksvollen und gruseligen Erlebnis. 

Der damalige Schuldirektor Machotka inszenierte ein Schattenspiel über die von Schülern kunstvoll gefertigten, furchteinflößenden Sagengestalten:

 

 

 

 

 


Erschröcklicher, auch ergötzlicher Reigen derer Sumpfgeister und Irrlichter, nach dem wahrhaftigem Bericht des ehrenfesten und furchtsamen Ritter Schrugibald auf Burg Neunegg. Aufgezittert von weiland dessen Hofschreiber, nachmalig hochwohlverdienstem Schulmeister Waltharius M . . . und in gruslige Szene gesetzt von denen emsigen Ritterfräulein, Burgknappen und Hofzwergen des Ebengenannten beim denkwürdigen Spektakel zu vormitternächtlicher Stunde im Spukschloß Schrattenthal Anno 1993




 

 

Im Moor war es so
gruly und krixi..
die Klamauken sind
herumgekranzt

Da seh ich im Schilf ein kleines Watzerl kunzeln
Rund um mich riesige Zwinkas und Murxen

 

 

 

In der Ferne habe ich
Knollis kareischen gehört

 

 

 

 

 

. . . bin ich über eine Schrunzel geplonzt es ist zupl-schlirr geworden,

 

 

kein Brink hat sich gerümpft,
kein Wugal hat gekumst

 

 

 

 

die Watzeln haben
entsetzlich gemorkt . . . mir ist ganz schmorkig geworden.
Ich bin gezwirbelt und gezwirbelt

 

 

 

 

. . . die unheimliche Schrunse

 

 

 

 

 

Der alte, große Schratlkuck
hat mich böse angeblunkt
mit seinen großen Klupschen

 

Sagenweg

 

Gemeinsam mit dem Retzer Land (und dessen engagiertem Geschäftsführer Fritz Seidl) wurde von uns ein Sagenweg mit sieben Stationen eingerichtet, die auf zwei bis drei Meter hohen Tafeln jeweils eine Sage aus Schrattenthal und Pillersdorf darstellen. Eine kleine Begleitfigur hält den zugehörigen Text. Die Planung und Einrichtung dieses Rundwanderweges - er führt auf 3,5 km von der Kirche über Stadttor, Johannesbrücke, Hanlteich und Lenaukeller zurück in den Ort - erfolgte durch den Club Schrattenthal, die Finanzierung über Retzer Land. Die künstlerische Gestaltung stammt vom Bühnenbildner N. Hacker.